Unternehmensverkauf – Nachfolge-Notstand in Deutschland

Ein großer Teil der Unternehmer des Mittelstandes in Deutschland setzen sich viel zu selten mit dem Thema der Nachfolge oder Unternehmensverkauf auseinander. Über die Hälfte der Unternehmer, ob jung oder alt, haben noch nie über eine sinnvolle Nachfolgeregelung nachgedacht. Das stellt ein sehr hohes Risiko für unsere Wirtschaft dar, denn nicht nur die Unternehmen fallen weg, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze. Die endgültige Übergabe eines Betriebes an einen Familienangehörigen, erscheint dann oft als einfache und bequeme Alternative, auch wenn der Unternehmer selbst nicht wirklich überzeugt ist, von seiner Wahl. Eine familienexterne Übergabe des Betriebes muss erleichtert werden, damit am Ende nicht zahlreiche familieninterne Übergaben schlichtweg die Wirtschaft gefährden. Ein Unternehmensverkauf muss früh genug geplant und arrangiert werden, damit im Fall der Fälle der Betrieb reibungslos weiter betrieben werden kann.

Die häufigste (84%) Ursache für eine gescheiterte Familienübergabe sehen befragte Geschäftsführer in der Tatsache, dass der Senior am Unternehmen fest hält. Aufgrund von Streitigkeiten oder dem Zwang eines Kindes zur Übernahme, sehen 76% das Scheitern eines Betriebes. Aber auch unterschätzte Anforderungen, unzureichende Qualifikation oder Überforderung durch den Senior können für das Scheitern verantwortlich gemacht werden. Andere berufliche Interessen der Kinder, sind der Hauptgrund für keine familiäre Unternehmensübernahme, wobei gerade bei kleineren Betrieben das Interesse der Kinder am Unternehmen nicht gegeben ist. Aber auch das Alter und die fachliche Qualifikation können ungünstig für eine Übernahme innerhalb der Familie sein.

Quelle: TNS Emnid, DUB.de

Quelle: TNS Emnid, DUB.de

Wird die Regelung über einen Unternehmensverkauf vernachlässigt, greifen viele auf die Notlösung der familieninternen Übernahme zurück. Über 17% aller Unternehmer über 50 Jahre haben sich bisher nicht um ihre Nachfolge gekümmert oder sich mit diesem Thema auseinander gesetzt, das ist grob fahrlässig. Sollten diese Unternehmer krankheitsbedingt ausfallen oder sogar bis zum Tode den Betrieb führen, zeigt sich dann die Gefahr der Existenz des Unternehmens und somit vieler Arbeitsplätze, die bei einer zeitnahen Regelung vermieden werden können.